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#39

Es ist verrückt:

Auf unseren Vorträgen erleben wir immer wieder, dass unsere Zuhörer nicht richtig verstehen, wovon wir eigentlich reden, da die Lebenswelten in Deutschland und auf den Salomonen so unterschiedlich sind [Wir arbeiten natürlich kontinuierlich daran, diesen Zustand zu verbessern. Aber es ist und bleibt (auch nach Corona) eine Herausforderung für uns].

 

Im Moment habe ich das Gefühl, es ist das Gegenteil der Fall. Ich verstehe meine Freunde und Familie in Deutschland nicht mehr.

 

Beispiel "Hamsterkäufe":

Hier auf den Salomonen kaufen wir grundsätzlich Lebensmittel auf Vorrat. Das hat seinen Grund, da die Infrastruktur die Versorgungslage nicht immer gewährleisten kann. Vor allem Milch, Zucker, Mehl, Nudeln und so haben wir immer im Haus. Wenn wir einkaufen, kaufen wir viel davon, denn es wird nicht auf den Salomonen produziert. In Deutschland, wo diese Dinge produziert werden, wird auch die Infrastruktur mit der aktuellen Lage fertig werden.

 

Beispiel "Mundschutz":

Als wir Deutschland vor ein paar Monaten verließen, war dem Großteil der Bevölkerung klar: Wenn ich in einer Situation arbeite, in der ich z.B. mit offenen Wunden zu tun habe, ist ein Mundschutz angebracht, da ich die Wunde nicht mit meinen möglichen Keimen kontaminieren will. Der Mundschutz wird wie das Desinfektionsmittel in der Pflege von Menschen benötigt. Es lässt sich eine Menge CO2 einsparen, wenn man keinen Mundschutz kauft, sondern ein Halstuch nimmt, das man täglich wäscht (Western-Stil).

 

In ein paar Wochen werden wir voraussichtlich zu einem neuen, veränderten Normalzustand zurückkehren. Ob wir uns dann besser verstanden fühlen, werden wir 2022 sehen, wenn wir wieder nach Deutschland kommen.

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