· 

#7

"Ihr nennt mich einen Ketzer, weil ich die Bibel in die Sprache der gewöhnlichen Leute übersetzt habe. [...] Hat nicht der Heilige Geist das Wort Gottes zuerst in die Muttersprache der Völker gegeben, an die es adressiert war?" (John Wycliffe)

 

Um 300-130 v. Chr. wird das hebräische Alte Testament in Ägypten ins Griechische übersetzt (Septuaginta, LXX).

Anfang des 4. Jahrhundert gibt es frühe Übersetzungen des Neuen Testaments ins Syrische, daraus geht in der ersten Hälfte des 5. Jahrhundert die sog. Peschitta hervor.

350-380 Wulfila übersetzt im heutigen Bulgarien die Bibel ins Gotische.

382-420 Hieronymus bearbeitet die altlateinische Bibel. Er übersetzt das Alte Testament neu aus dem Hebräischen ins Lateinische und revidiert den altlateinischen Text des Neuen Testaments. So entsteht die später sogenannte Vulgata.

748 entsteht mit dem in den Mondseer Fragmenten enthaltenen Matthäusevangelium in althochdeutscher Sprache die älteste überlieferte Übersetzung eines Bibelteils in eine deutsche Mundart.

Im 9. Jahrhundert wird die lateinische Bibel durch Alkuin auf Veranlassung Karls des Großen revidiert. Kyrill übersetzt Teile der Bibel ins Slowakische, Bulgarische, Serbische und Russische. Er entwickelt dabei den Vorläufer der kyrillischen Schrift. Teile der der Neuen Testaments werden in das Arabische übersetzt.

Vom 8. bis ins 11. Jahrhundert entstehen prunkvolle Bibelhandschriften mit Miniaturmalereien.

Vom 11. bis 15. Jahrhundert entstehen zahlreiche Übersetzungen biblischer Schriften und der ganzen Bibel ins Deutsche und in andere Volkssprachen. Bilderbibeln entstehen. Es ist der Übergang vom Pergament zum Papier. Drucke der Armenbibel von geschnittenen Holztafeln gelten als Vorstufe des Bibeldrucks.

Im 11. Jahrhundert übersetzt Notker Labeo den Psalter, Williram das Hohelied ins Deutsche.

1360 gibt es die komplette Übersetzung der Bibel ins Tschechische.

1384 John Wycliff übersetzt die Bibel ins Englische. Nach seinem Tod wird er 1415 als Ketzer verurteilt uns seine Gebeine verbrannt.

 

Um 1440 revolutioniert die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern in Mainz durch Johannes Gutenberg den Buchmarkt.

1452-1455 erster Druck der lateinischen Bibel durch Gutenberg.

1440 bis 1522 werden insgesamt 18 Versionen der deutschsprachigen Bibel in Druck gegeben.

1516 erscheint in Basel das erste gedruckte griechische Neue Testament, bearbeitet von Erasmus.

Am 31. Oktober 1517 schlägt Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg.

Im September 1522 erscheint Luthers deutsches Neues Testament in

Wittenberg. „Wenige Wochen [davor] wurde die letzte vorlutherische Bibel in Halberstadt verlegt. Der Erfolg des Reformators bescherte dieser wie den anderen Bibeldrucken ein schnelles Ende. [...] Da seine Übersetzungsgrundlage statt der lateinischen Vulgata die Ursprachen waren, wurde sein Werk selbst von gegnerischen Theologen ernst genommen. Darüber hinaus war Luthers Bibel auch für Laien lesbar, löste er sich doch von der traditionellen Wort-für-Wort-Übersetzung des Lateinischen. Er wagte es, den Menschen »aufs Maul zu schauen« und Sinnzusammenhänge in einer verständlichen Sprache darzustellen. So waren die vorlutherischen Bibeldrucke nicht mehr verkäuflich.“

1534 in Wittenberg erscheint Luthers deutsche Bibel (NT und AT) die bis ins 19. Jahrhundert hinein in Gebrauch ist.

 

Im 16. und 17. Jahrhundert verbreiten sich auf dem europäischen Kontinent zahlreiche Bibelübersetzungen. 1611 kommt die King James Version in England auf dem Markt.

1710 gründet Freiherr von Canstein in Halle die erste Bibelgesellschaft der Welt.

Im 19. Jahrhundert entstehen Bibelübersetzungen in Bengali, Sanskrit, Marathi, Koreanisch und Japanisch.

Ab 1812 gründen sich deutsche Bibelgesellschaften, z.B. Württembergische Bibelanstalt.

Im Jahr 1859 übersetzen die Elberfelder Christen die Psalmen aus dem Urtext.

1871 erscheint die Übersetzung des Alten Testaments durch die Elberfelder mit der dritten durchgesehenen Ausgabe des Neuen Testaments.

1892 und 1912 Kirchenamtliche Revisionen der Lutherbibel erscheinen.

 

Cameron Townsend startet 1934 SIL (Sommer Institut für Linguistik) an

dem Menschen als Bibelübersetzer für Minderheitensprachen ausgebildet werden. SIL ist heute eine führende Organisation, wenn es um Schrift und Sprache geht.

1942 werden die „Wycliffe Bible Translators“ in den USA gegründet.

1962 wird der Wycliff Deutschland e.V. gegründet.

1975 wird die Revisionsfassung des Neuen Testaments von Luther abgelehnt, da sie zu modern sei.

In den Jahren 1979, 1983, 1989, 1995 und 2000 erscheint die 100., 200., 300., 400. und 500. Bibelübersetzung in Zusammenarbeit mit Wycliff.

1980 erscheint die Einheitsübersetzung.

1982 »Die Bibel in heutigem Deutsch« (Die Gute Nachricht) kommt auf den Markt.

1984 erscheint die 1863 (!) angeregte Revision de Lutherbibel.

2011 wird die Wycliff Global Alliance gegründet.

 

Im Oktober 2015 ist die Bibel in 554 Sprachen komplett übersetzt. Es gibt

1333 Neue Testamente, 1045 Teile der Bibel (ein Buch oder mehr) und 2932 Abschnitte einzelner Bücher der Bibel. Die 3999 Sprachen die nur einzelne Abschnitte oder gar keinen Teil der Bibel haben werden 513 Millionen Menschen gesprochen.

 

Wer mehr wissen will, findet mehr unter folgenden Quellen: www.bibel-online.net/geschichte/, www.wikipedia.de/wiki/Bibelübersetzung, www.wycliffe.net und www.die-bibel.de

Kommentar schreiben

Kommentare: 0